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Ein Streifzug durch die Geschichte unserer Stadt

Die urkundliche Ersterwähnung Flöhas liefert ein Gerichtsprotokoll vom 25. März 1399. Darin wird ein Pfarrer Johan genannt und Flöha mit „zcu der flaw“ bezeichnet. Grabungen im Jahr 2006 im Chor der spätgotischen Georgenkirche zeigen in einem großen Ausmaß spätromanische Fundamente, die auf eine spätromanische Kirche aus der Zeit von 1150 bis 1250, mit einiger Sicherheit auf eine Chorturmkirche hinweisen. Damit ist eine Besiedelung Flöhas nach 1150 nachweisbar. Da das Kirchdorf Flöha u. a. auch die Dörfer Gückelsberg im Norden und Plaue im Süden des Talkessels erwähnt, gilt auch eine Besiedelung dieser Dörfer nach 1150 als zutreffend. Es gilt ebenfalls als gesichert, dass den Schellenbergern bei der Gründung unserer Siedlungen die maßgebende Rolle zukam.

Urkunde der Ersterwähnung von 1399

Die Originalurkunde der Ersterwähnung Flöhas vom 25. März 1399.
Damals wurde Flöha noch als Ort "flawe" bezeichnet.

Flöha, Gückelsberg und Plaue wurden, heute noch sichtbar, als einreihige Waldhufendörfer angelegt. Mit der Ortsanlage und der Hufengröße zeigt sich eine rheinfränkische Besiedelung.
Der Ortsname könnte von ahd. flewjan, mhd. flewen, d. h. fließen, abstammen. Die Quellenforschung dazu erweist sich als recht schwer. Fest steht jedoch, dass sich Flöha vor allen Dingen als Kirchdorf, aber auch auf Grund seiner günstigen Lage an der ersten Talweitung zweier Flusstäler sehr zeitig von anderen Dörfern abhob und einen Vorrang erreichte.
Mit der Reorganisation der Verwaltung durch die Wettiner wird Flöha Amtsdorf und gehört zum Gerichtsamt Schellenberg/Augustusburg. Damit „regiert“ über Jahrhunderte im Dorf ein Lehnrichter. Die Kirche zu Flöha ist bis zur Reformation gleichzeitig auch Mutterkirche für Stadtschellenberg und damit eine Kirchfahrt für zehn umliegende Dörfer. Sie gehört in dieser Zeit zur Hauptkirche Freiberg und ist damit letztlich dem Bistum Meißen unterstellt.

Das älteste Bauwerk unserer Stadt ist die Georgenkirche. Errichtet wurde sie in der Zeit um 1500. Die heutige Form erhält die Kirche mit dem kräftigen Dachreiter als Turm im Baustil des Barock um oder kurz nach 1750. Besonders hervorzuheben sind der dreiteilige spätgotische Flügelaltar von kurz nach 1500 und die reich geschmückte Kanzel von 1676 im ländlichen Barock. Der gut erhaltene, in Fachwerkbau ausgeführte Pfarrhof wird nach einem Brand im Jahr 1600 wieder errichtet. Dieses Ensemble stellt gleichzeitig den ältesten noch erhaltenen Teil des alten Bauerndorfes Flöha dar.

Gesamtansicht von Flöha um 1900.
Die Friedrich-Schiller-Schule um 1920

Die Wirren des Dreißigjährigen Krieges wirken sich ab 1632 verheerend auf Flöha aus. Durch Mord, Brand, Hungersnot und nachfolgender Pest dezimiert sich die Einwohnerzahl innerhalb eines Jahres um ein Viertel. Viele Bauerngüter werden zerstört und liegen noch Jahrzehnte brach. Der Siebenjährige Krieg und der Feldzug Napoleons verursachen wieder große Not unter der Bevölkerung. Aber auch immer wiederkehrende Hochwasserkatastrophen verhindern in den früheren Jahrhunderten ein Zusammenwachsen der vier um den Talkessel entstandenen Dörfer Flöha und Gückelsberg im Norden mit Plaue und Bernsdorf im Süden.   

Die Flößerei auf beiden Flüssen spielt schon in den frühen Jahrhunderten eine nicht unbedeutende Rolle. Auch erwähnenswert sind ein seit 1453 bis in das 19. Jahrhundert nachgewiesener Kalk- und ein zwischen 1700 und 1880 mit Unterbrechungen vorhanden gewesener Steinkohlebergbau.
Bis Anfang des 19. Jahrhunderts hat Flöha seinen rein landwirtschaftlichen Charakter erhalten. Das ändert sich jedoch ab 1809 mit der Gründung der ersten Baumwollspinnerei in Bernsdorf fast schlagartig. Weitere Spinnereigründungen 1817 in Flöha und 1830 in Gückelsberg folgen. Die Industrialisierung hatte Einzug gehalten. Aus den stillen Bauerndörfern werden junge aufstrebende Industriegemeinden. Seit dieser Zeit haben unsere Dörfer vor allem durch die Baumwollspinnerei Clauß sehr nachhaltig eine neue Identität erhalten.

Eine neue Etappe in der raschen Weiterentwicklung stellt der Anschluss an das sächsische Eisenbahnnetz mit den Linien Chemnitz-Annaberg 1866, Dresden 1869 und Reitzenhain 1875 dar.
Die Buntpapierfabrik In rascher Folge entstehen neue Betriebe, so u. a. die Buntpapierfabrik und die Tüllfabrik in Plaue sowie eine Holzschleiferei und der Dampfkesselbaufirma in Flöha.
Von großer Bedeutung war 1874 die Entscheidung, in Flöha eine Amtshauptmannschaft zu gründen, in deren Folge weitere Ämter nach Flöha kommen; u.a. die Allgemeine Ortskrankenkasse 1884 und eine Gemeindesparkasse 1895.

Die Georgenkirche Flöha um 1910.
Die Baumwollspinnerei Flöha-Plaue um 1841.

Im Jahre 1920 entscheidet sich die Nachbargemeinde Gückelsberg zur Vereinigung mit Flöha.
Am 8. November 1933 wird Flöha zur Stadt erhoben. Damit erhält unsere Gemeinde auch formell die Stellung, die sie auf Grund ihrer Bedeutung schon längst besitzt.
Mit einem Hauptpostamt und einer Fach- und Handelsschule 1930, einem neuen Bahnhof 1934, einem Gesundheitsamt 1936 und dem Aufbau großer neuer Wohngebiete entwickelt sich die junge Stadt schnell.

Im Zweiten Weltkrieg bleibt unsere Stadt glücklicherweise von direkter Kriegseinwirkung verschont, wird aber zu Kriegsschluss von der sowjetischen Armee besetzt.
Am 1. Januar 1962 erfolgt die Vereinigung von Plaue mit Flöha. Damit wird politisch nachgeholt, was bereits im vergangenen Jahrhundert wirtschaftlich vollzogen worden war.
Ab diesem Zeitraum entstehen für viele Einwohner neue Wohnungen. Flöha erhält u. a. eine Katholische Kirche, Kindereinrichtungen, weitere Grundschulen, eine Berufsschule und in den 80-er Jahren auf Bernsdorfer Flur ein großes Neubaugebiet. Ein weiteres bedeutsames geschichtliches Ereignis fand mit der freiwilligen Eingliederung der Gemeinde Falkenau in die Stadt Flöha am 1. Oktober 2011 statt. Damit erhöte sich die Einwohnerzahl Flöhas auf knapp 12000.

Mit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 kommt auch manch bittere Wahrheit an den Tag, die letztlich zur Schließung der Produktionsbetriebe und zu allen damit im Zusammenhang stehenden Problemen führt.

Im Zuge einer Verwaltungsreform wird im Jahr 1994 der Kreissitz für Flöha aufgehoben.

Samuel-von-Pufendorf-Gymnasium Heute sind das Handwerk und Gewerbe die wirkenden Wirtschaftszweige. Mit neu geputzten Bürgerhäusern ist unsere Stadt farbenfroh geworden. Hinzu kommen Einrichtungen, die vor der Wende nicht denkbar gewesen wären. 1994 ist es die neue Feuerwache, die in Dienst gestellt wird. 1996 sind die neue Dreifachturnhalle und das Samuel-von-Pufendorf-Gymnasium, ein Bauwerk, das in Deutschland seinesgleichen sucht, den Kindern, Jugendlichen und Einwohnern zur Nutzung übergeben worden. Zu nennen sind der 1994 neu erbaute Auensteg und die Stegbrücke über die Flöha, ein neues Sparkassengebäude, eine Musikschule, eine Schule für geistig Behinderte, diakonische Einrichtungen, zwei neue Wohngebiete und die vielen von Grund auf erneuerten Straßen.

Das Samuel von Pufendorf Gymnasium
Teilansicht der Alten Baumwolle mit dem Wasserbau

Im Jahr 2006 beginnt mit der Wiedereinweihung des Wasserbaues eine Neubelebung der Objekte der alten Baumwollspinnerei. Der damit verbundene Einzug der Kreissparkasse Freiberg mit ihrer Kreditfabrik, der Einweihung des Stadtsaales, der Stadtbibliothek und der Räumlichkeiten für die Vereine sollen das Bild abrunden.
Aber auch Reit- und Tennisplätze, eine Minigolfanlage in unserer schönen, von Hängen und Wäldern umgebenen vorerzgebirgischen Landschaft, die sich in einer Höhe von 270 bis 450 m N. N. hinzieht, warten auf eine Nutzung. Dazu laden stille Waldwege zu wohltuenden und angenehmen Wanderungen ein.

Lothar Schreiter
Ortschronist